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Private Krankenversicherung, Studenten

Die Gesundheitsreform wirft auch für die Studenten einige Fragen auf. Wie soll man sich als Student in der heutigen Zeit richtig Krankenversichern, welche Versicherungsform ist die sinnvollere, und – hat die Gesundheitsreform auch schon Auswirkungen auf die Krankenversicherung der Studenten?

Auch nach der Gesundheitsreform haben Studenten weiterhin die Alternative, für sich eine private Krankenversicherung während der Studienzeit abzuschließen - in dieser Hinsicht hat sich für die Studierenden bislang nichts geändert. Die durch die Gesundheitsreform zustande gekommenen Änderungen betreffen jedoch die Zeit nach dem Studium, dann können sich nur noch Personen privat versichern, die über drei Jahre hinweg über 47.700,- Euro jährlich als Verdienst nachweisen können; vom Gesetz her sind damit die Anforderungen für den Wechsel in eine private Krankenversicherung deutlich gestiegen.

Studenten müssen selber krankenversichert sein nach 14 Semestern, oder bis zum 30. Lebensjahr, das ist so geblieben, und daran führt kein Weg vorbei. Welches das passende Krankenversicherungssystem im Einzelfall ist, hängt ab von der persönlichen Situation des Einzelnen und seinen Plänen für die Zukunft. Hat man ein paar Euro übrig, eignet sich die private Krankenversicherung mit ihren Annehmlichkeiten für Studenten auf jeden Fall.

Wenn man sowieso geplant hatte, eine private Zusatzversicherung abzuschließen, lohnt sich oft der komplette Wechsel in eine private Krankenversicherung. Allgemein kann man sagen, dass eine private Krankenversicherung ein bedeutend höheres Leistungsangebot für Studenten bietet als es die gesetzliche Krankenkasse tut, aber dieses mehr an Leistung ist auch für Studenten etwas teurer als die Angebote, die von den gesetzlichen Krankenversicherungen abgedeckt werden.

Man finanziert sich damit in gewisser Weise einen kleinen Luxus, der natürlich seinen Preis hat. Zum Teil sind die medizinischen Leistungen, die privaten Krankenversicherungen bekommt, qualitativ erheblich besser als die der gesetzlichen Kassen; das rechtfertigt die etwas höheren Beiträge. Die Privaten bieten beispielsweise Leistungen für alternative Heilmethoden, man bezahlt keine Praxisgebühren und hat freie Arztwahl. Zuzahlungen für anerkannte Arzneimittel fallen weg, man genießt vollen Versicherungsschutz bei EU- Auslandsaufenthalten und bis zu 3 Monaten weltweiten Krankenversicherungsschutz und bekommt sogar Heilmittel und Krankenmassagen zu 100% erstattet.

Im Krankenhaus genießt man Chefarztbehandlung und wird im Einbett- oder Zweibettzimmer untergebracht.  Auch Brillengläser, Zahnbehandlungen und Zahnersatz werden zu 100% von der privaten Kasse übernommen. Wenn man für längere Zeit keine Leistungen aus der privaten Krankenkasse in Anspruch nehmen musste, werden Teilbeiträge zurückerstattet.

Zu den vielen Vorteilen der privaten Krankenversicherung für Studenten kommen auch ein paar Nachteile, die man im Vorwege abwägen sollte. So ist eine private Krankenversicherung keine Familienversicherung, versichert ist jeweils die Einzelperson; wer als Student bereits verheiratet ist, oder Kinder hat, muss in den sauren Apfel beißen, und für jedes Familienmitglied eine Einzelversicherung abschließen. Da man als Student noch nicht voll im Verdienstleben steht, kann dies unter Umständen teuer werden. Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind auch nicht verdienstabhängig, wie es bei den gesetzlichen der Fall ist.

Geringverdiener zahlen bei der Privatversicherung dasselbe wie besser situierte Studenten. Fazit: Die private Krankenversicherung lohnt sich besonders für Alleinstehende, männliche Studenten, die mehr als 400 Euro monatlich verdienen, denn das Einkommen wäre in der gesetzlichen Krankenkasse dann auch beitragspflichtig - die Private kann hier sogar die kostengünstigere Lösung sein. Beiträge zu privaten Krankenversicherungen sind in der Regel für weibliche Mitglieder um einiges höher, deshalb kommen Studentinnen in jedem Fall günstiger davon, wenn sie in der gesetzlichen Versicherung bleiben.

Das gleiche gilt für verheiratete Paare und Studenten mit Kindern, denn bei den gesetzlichen Kassen sind nicht erwerbstätige Ehepartner und Kinder kostenfrei mitversichert.