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Englische Lebensversicherung

Neben den klassischen Lebensversicherungen, dies sind die kapitalgebundene Lebensversicherung, die Risikolebensversicherung und die fondsgebundene Lebensversicherung, werden in Deutschland auch die englischen Lebensversicherungen immer beliebter. Die Lebensversicherungen der britischen Insel teilen dabei in ihrer Form, Ideen der klassischen sowie auch der fondsgebundenen Versicherungen aus Deutschland.

In der Regel werden in Deutschland englische Versicherungen von Unternehmen angeboten, die ihren Sitz in Großbritannien haben. So reiht sich die englische Versicherung in eine über 200jährigen britische Tradition der Versicherungen ein.

Die Anbieter der englischen Versicherungen in Deutschland sind bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet und unterliegen damit dem deutschen Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Zusätzlich werden sie von der Versicherungsaufsicht ihres Heimatlandes überwacht. Für die Versicherten in Deutschland ist in erster Linie die Finanzdienstleistungsaufsicht des Bundes zuständig, zum Beispiel bei Beschwerden. Für die Tarifkalkulation des Versicherers in Großbritannien jedoch, spielt die Financial Services Authority (FSA) die Beobachter- und Wachfunktion.

Folglich können englische Lebensversicherungen von anderen Startvoraussetzungen ausgehen als deutsche Lebensversicherungen. Sie haben zum Beispiel einen sehr hohen Aktienanteil, der durchschnittlich 70 bis 80 % beträgt, jedoch bis zu 100 % sein kann, welches entsprechend hohe Renditen ermöglicht. Bei deutschen Lebensversicherungen liegt der Aktienanteil bei fondsgebundenen Lebensversicherungen bei durchschnittlich 30 %. So bieten die britischen Lebensversicherungen im Gegensatz zu den deutschen aber keine Garantieverzinsung an und garantieren auch keine Rückkaufswerte. Dies mündet bei englischen Lebensversicherungen in jährlichen Jahresboni, die auch jährlich neu festgelegt werden und in hohen Schlussboni auslaufen. Bei den deutschen Lebensversicherungen hat die laufende Beteiligung an den Überschüssen Vorrang vor den Schlussboni. Die englischen Lebensversicherungen bieten auf diese Weise im Gegensatz zu den deutschen eine höhere Rendite. Während die deutschen mit einer Rendite von 5 bis 6 % locken, sind die englischen Lebensversicherungen mit einer Rendite von 10 bis zu 14 % ausgestattet.

Für englische Lebensversicherungen gilt zudem das Gesetz der staatlichen Ausfallhaftung "Policyholder Protection Act" von 1974. Diese Absicherung wird über einen Fond ermöglicht, den sogenannten „Financial Services Compensation Scheme“ (FCFS). Die Haftung stellt in Aussicht, dass immerhin 90 % des aktuell rechtmäßigen Anspruches der Police von staatlicher Seite her gedeckt werden, für den Fall, dass die Versicherung dies nicht mehr schafft. Die Lebensversicherungen aus Großbritannien sind jedoch noch nie in die Lage geraten, diese staatliche Rückversicherung nutzen zu müssen. Dies liegt in ihren systematisch angelegten, großen freien Reservebeträgen begründet. Hinzu kommt eine Politik der zaghaften Ausschüttungen, dem sogenannten Smoothing der Beträge. Dabei handelt es sich um ein Glättungsverfahren, welches die Möglichkeit bietet Kursschwankungen über Reserven auszugleichen.

So bieten sich die englischen Lebensversicherungen für unterschiedlichste Zwecke an. Sie dienen der privaten Altersvorsorge, als Rentenversicherung oder innerhalb der betrieblichen Altersversorgung als Direktversicherung oder Pensionskasse. Auch als renditeträchtige Kapitalanlage ist die englische Lebensversicherung vom Zweitmarkt her nutzbar oder zur anteilmäßigen Absicherung eines Darlehens.