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Baufinanzierung

Immobilien erfreuen sich in Deutschland immer noch großer Beliebtheit. Man baut, weil man in den "eigenen vier Wänden" zuhause sein möchte, oder man schätzt die Immobilie zu Recht als verhältnismäßig sichere Kapitalanlage für das Alter angesichts der knapper werdenden gesetzlichen Renten ein.

Wer baut, um ein Eigenheim zu besitzen, hat nicht unbedingt gerade vorher im Lotto gewonnen. Oft wird das Bauvorhaben erst mit einer Baufinanzierung möglich, dies geschieht über Banken- und Versicherungsdarlehen, oder über Zuteilungsreif gewordene Bausparverträge. Wichtig für eine Baufinanzierung sind auf jeden Fall mehrere Standbeine und nach Möglichkeit ein Eigenkapital in Höhe von 20%, weil sich danach auch die Höhe des in Anspruch genommenen Hypothekendarlehens richtet. Eigenkapital lässt sich auch aufstocken, wenn man über die entsprechenden handwerklichen Fähigkeiten verfügt über erbrachte Eigenleistungen beim Hausbau bis zu einem Prozentsatz von fünf bis zehn Prozent der Baukosten. Auch Arbeitgeberdarlehen werden dem Eigenkapital zugerechnet.

Muss man für den Bau seiner Immobilie Fremdkapital in Anspruch nehmen, ist es sinnvoll, sich die Angebote im Konditionsvergleich von verschiedenen Anbietern einzuholen. Man vergleicht seine Hausbank mit den Offerten von anderen Banken, Sparkassen und Hypothekenbanken, für Vergleiche bieten sich auch Onlinerechner aus dem Internet an. Nicht der Nominalzins gibt Auskunft über die tatsächliche Belastung, sondern der so genannte effektive Jahreszins. Bei den Vergleichen sollte man deshalb besonderes Augenmerk auf den effektiven Jahreszins legen, schon geringe Abweichungen zwischen den verschiedenen Anbietern machen auf die Dauer am Ende einen Unterschied von ein paar hundert Euro in der Belastung aus. Wenn die Zinssätze niedrig liegen, sollte man nach Möglichkeit eine langfristige Zinsbindungsfrist vereinbaren.

Aber auch die Nebenkosten stellen einen Kostenfaktor dar, der je nach Anbieter oft stark variieren kann, deshalb sollte man die Nebenkosten stets in seine Kalkulation mit einfließen lassen. Nebenkosten sind Bereitstellungszinsen, Schätzkosten, Kontoführungsgebühren und die Zuschläge, die bei Teilauszahlungen fällig werden. Manche Anbieter geben trickreich an, keine Bearbeitungsgebühren zu nehmen, dafür schlagen sie jedoch etwas mehr auf die sonstigen Nebenkosten auf.


Um den Beleihungswert seiner Immobilie ermitteln zu lassen muss man nochmals mit ein bis zwei Prozent der Darlehenssumme rechnen. Es ist immer ratsam, sich einen Tilgungsplan erstellen zu lassen, aus dem man alle entstehenden Kosten ersehen kann, und der auch Aufschluss darüber gibt, wie viel Restschuld nach der Zinsbindungsfrist noch vorhanden ist, denn auch, wenn die Laufzeiten und Raten, in denen getilgt wird bei unterschiedlichen Anbietern eventuell identisch sind, kann es dann am Ende doch noch zu Abweichungen in der Restschuldhöhe kommen, für die man wieder neue Konditionen aushandeln muss.

Wenn man sein Baudarlehen in Teilbeträgen abruft, fallen abermals zusätzliche Kosten an; bei Neubauten ist es in der Regel so üblich, dass Teilbeträge immer nach bestimmten Baufortschritten zur Zahlung fällig werden. Für die noch nicht in Anspruch genommene Summe muss man zwar noch nichts zahlen, aber meist werden Bauzeitzinsen hierfür fällig.Als Familie kann man eventuell sogar finanzielle Förderungen aus öffentlichen Mitteln in Form von besonders günstigen Darlehen erhalten; dasselbe gilt für den sozialen Wohnungsbau. Die Vorraussetzungen für öffentliche Förderungen sind individuell von Bundesland zu Bundesland verschieden, es sind gewisse Einkommensgrenzen als Richtwerte nicht zu überschreiten, und es gibt auch Fristen für die Antragstellung im Voraus zu beachten, denn öffentliche Mittel müssen auf jeden Fall vor Baubeginn genehmigt worden sein.